Hildegard Gewürzklassiker
Montag, 14. November 2011 | Gönn' dir was Gutes!
Mit viel Hingabe befasste sich Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert mit der Wirkung von Kräutern und Gewürzen. In einer schnellen Zeit, in der wir uns nach Rückzug sehnen, entdecken wir dieses bedeutende Wissen um die Kraft der Natur wieder und viele „vergessene“ Gewürzschätze erleben eine Renaissance. Dies bedeutet natürlich auch wieder neue, genussvolle sensorische Sinneserlebnisse. Drei davon möchten wir Euch hier näher vorstellen:
Mit den Hildegard Gewürzklassikern finden bereits "vergessene" Gewürze und Kräuter wieder Einzug in die heimischen Küchen.
Beifuß – artemisia vulgaris
Yomogi meets hildegard
Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler und wächst in fast allen gemäßigten Zonen. Das Kraut war bei unseren Vorfahren im 18. Jahrhundert eines der beliebtesten Küchenkräuter, verschwand danach großteils und erlebt jetzt wieder einen Aufschwung auch aufgrund der Hildegard Lehre. Doch nicht nur aus gesundheitliche Gründe sprechen dafür, Beifuß in die Küche zu integrieren: Das herrlich, scharfe Gewürz hat ein pfeffriges Aroma mit etwas Süße und einem Hauch von Minze. Es passt gut zu fettem Fisch, zu Gans, Huhn und Ente. Am besten schon am Beginn des Kochvorganges der Speise zufügen und mitkochen. Hildegard empfiehlt Beifuß als wärmendes Mittel, das „kranke Eingeweide heilt und den kranken Magen wärmt“ (Originalzitat).
Galgant – alpinia galanga
der „Hildegard Pfeffer“
Galgant findet sich in der südostasiatischen Küche in jedem Haushalt. Bei uns ist es durch die Hildegard Lehre bekannter geworden und wir gerne als Pfefferersatz in der Küche verwendet. Der Duft des Galgant erinnert an süßen Senf und Ingwer. Im Geschmack dominiert seine pikante Schärfe mit einer fein-herben Note. Die Thailänder verwenden Galgant für fast alle Speisen, er wird meist frisch und anstatt Ingwer für Currys, Suppen und Eintöpfe verwendet. Hildegard: „Der Galgant ist ganz warm und hat keine Kälte in sich und ist heilkräftig“ empfiehlt ihn bei Durchblutungsstörungen, rascher Ermüdung und Kraflosigkeit.
Ysop – hyssopus officinalis
Schön, heilig und köstlich
Der Name soll aus dem Arabischen stammen und „heiliges Kraut“ bedeuten. Er gehört zur Familie der Lippenblütler und kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Gedeiht auch bei uns prächtig. Ysop gemahlen hat ein würzig erdiges Aroma und erinnert durch seine leichte Herbheit an Spinat. Im Geschmack lässt das Kraut eine leichte süßliche Mentholnote erkennen. Der leicht herbe Geschmack des Ysop lässt einen Hauch von kühlender Minze erkennen und passt gut in Suppen und Salatdressings. Auch in Gemüseeintöpfen, frischen Topfenaufstrichen und zu Huhn schmeckt das aromatische Gewürz. Ysop ist ein sehr altes Heilmittel, Hildegard empfiehlt es auch zur Unterstützung gegen Depressionen, Traurigkeit und Blutreinigung.
Wir wünschen sonnige Genussmomente!
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