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Edelkastanienmehl-Maroni mal anders

Das nussige Mehl, das aus Maronen gewonnen wird, wurde in den letzten Jahren wieder entdeckt und ist noch dazu glutenfrei.

Low Carb, also eine kohlehydratarme Ernährung, liegt im Trend und glutenfreie Mehlprodukte aus Mais oder Reis gehören inzwischen zum Standard-Sortiment im Supermarkt. Die Variante aus Edelkastanien hingegen ist – zumindest im deutschsprachigen Raum – nahezu unbekannt. Zu Unrecht, wie wir finden, denn das Mehl, das aus Maronen gewonnen wird, überzeugt mit einem feinen nussigen Geschmack.

Auf den Spuren des Kastanienmehls

Seinen Ursprung hat Kastanienmehl in Italien. Dort galten Maroni bis ins 19. Jahrhundert vor allem in der Toskana und in Ligurien als Grundnahrungsmittel für die arme Bevölkerung. Als Brotbaum des Mittelmeers bezeichneten die Italiener liebevoll die stärkehaltigen Energielieferanten. Die Verarbeitung zu Mehl ist der schnellen Verderblichkeit der frischen Früchte geschuldet. Getrocknet, geschält und gemahlen konnten die Edelkastanien über den Winter eingelagert werden. Das dadurch gewonnene Pulver wurde als „Farina dolce“ – süßes Mehl – bezeichnet. Durch seinen hohen Zuckergehalt wurde es gerne zum Backen von Desserts verwendet. Aber auch Brot, Focaccia, Tagliatelle und Gnocchi wurden damit verfeinert. Mit der industriellen Revolution und der damit einhergehenden Mechanisierung der Landwirtschaft, wurde das Maronimehl jedoch nach und nach durch Getreideprodukte verdrängt.

Bengelchen Bienen Sonnentor | © SONNENTOR

Vom Brot der Armen zum Trendprodukt

In den letzten Jahren wurde Edelkastanienmehl wieder entdeckt – ausgelöst durch die verstärkte Nachfrage an glutenfreien Produkten. Und obwohl Maronimehl inzwischen kein Grundnahrungsmittel mehr ist, gibt es in Italien immer noch Bauern, die sich mit Herz und Seele der Edelkastanie verschrieben haben. So wie unser Bio-Bauer Carlo Andreini, der in der Toskana in liebevoller Handarbeit Maroni zu wunderbar nussigem Mehl verarbeitet. Zum Glück für uns, denn das Edelkastanienmehl eignet sich hervorragend als Beimischung zum Backen von Brot, Kuchen, Gebäck und Crêpes.