Frühlingsküche ganz in Grün

Wildkräuter auf den Tisch

Wilde Kräuter wachsen quasi vor unserer Haustüre, doch geht das Wissen darüber mehr und mehr verloren. Auf einem Streifzug durch die Wiesen finden sich schmackhafte Vitaminbomben wie Löwenzahn, Giersch und Brennnessel. Alle die es gerne besonders würzig mögen, greifen am besten zum Bärlauch. Und weil schließlich auch das Auge mitisst, dekorieren wir unsere Frühlingskräuterküche mit ein paar essbaren Blüten, wie zum Beispiel Gänseblümchen, Schlüsselblumen oder den süßen Taubnesselblüten.

Sonnige Grüße

Die Natur weiß was wir brauchen

Wilkräuter kann man fast das ganze Jahr sammeln - der Clou dabei ist, die Natur weiß genau, was wir brauchen und lässt es zur rechten Zeit wachsen. Im Frühjahr strebt alles nach Enfgiftung und Entschlacken - man möchte sich der Lasten des Winters entledigen und frisch durchstarten. Frühlingkräuter bringen viele gesunde Bitterstoffe mit.

Wildkräuter sicher bestimmen und sammeln!

Um die Schätze in den umliegenden Wiesen und Wälder von ihren giftigen Nachbarn zu unterscheiden, empfehlen wir eine Wilkräuterwanderung mit erfahrenen Kräuterpädagogen - safety first!

Tipp! Wildkräuter haltbar machen

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Wildkräuter kann man von Frühling bis Herbst sammeln, aber das Angebot variiert natürlich nach Saison. Um länger was vom frischen Frühlingsgrün zu haben, kann man die Wildkräuter in Öl haltbar machen. Zum Einfrieren bieten sich Eiswürfelformen mit einer idealen Portionsgröße an. Wildkräuter sorgfältig säubern und trocknen, nach Belieben klein schneiden und mit Olivenöl mischen. In kleinen Portionen eingefroren warten sie so auf ihren Einsatz.

Wilde Knabberei - Bärlauch Grissini

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Ihr macht einen Frühlingsspaziergang durch Wald und Au und auf einmal ist alles erfüllt von einem intensiven Knoblauchgeruch - dann ist es Zeit den Blick zum Boden zu richten und den würzigen Bärlauch Bärlauch kbA, 18g geschnittenBärlauch bio Bio-Bärlauch€ 2,19 inkl. 10 % MwSt.zu pflücken. Er schmeckt in frühlingshaften Aufstrichen, in Suppen, im Salatdressing, als Pesto, im Risotto und vor allem in den wilden Bärlauch Grissini. Eine gesunde Knabberei - auch als nettes Mitbringsel geeignet.

Achtung Verwechslungsgefahr: Herbstzeitlose oder Maiglöckchen sehen dem Bärlauch ähnlich - sind aber giftig!

Zutaten für 24 Bärlauch Grissini

Zubereitung

Germ in warmen Wasser auflösen und mit allen anderen Zutaten zu einem geschmeidigen Teig kneten. Wenn man eine Küchenmaschine verwendet erst ca. 2 Minuten langsam kneten und danach noch einige Minuten schneller. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort etwa 30 min gehen lassen. Anschließend den Teig vorsichtig aus der Schüssel lösen und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche in 24 kleine Stücke teilen. Funktioniert am besten wenn man den Teig erst halbiert und in Rollen formt. Von den Rollen kann man dann einfach etwa gleich große Stücke abschneiden. Das Mehl von der Arbeitsfläche wischen und die Teigportionen zu dünnen Rollen formen (so lang wie euer Blech breit ist). Das Backrohr auf 200 ° vorheizen und die Grissini für 15 min backen. Nach dem Backen auf einem Gitter etwas abkühlen lassen und das Rohr ausschalten. Nach 10 min kommen die Grissini zum Nachtrocknen nochmal in das etwas abgekühlte Rohr – so bleiben sie länger haltbar, wenn man die Grissini gleich nach dem Backen verspeist, kann man diesen Schritt auch auslassen. Die vollständig abgekühlten Bärlauch Grissini halten sich gut in einer luftdicht verschlossenen Dose.

Polentawaffeln mit Giersch

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Gekommen um zu bleiben - wo der Giersch sich niederlässt wird man ihn so schnell nicht mehr los. Früher als Unkraut verpönt, besinnen wir uns jetzt auf die positiven Eigenschaften des Erdhollers, wie er auch genannt wird, zurück.  Nebenbei bringt er einen fein würzigen Geschmack mit, der etwas an Wachholder erinnert.

Zutaten für 4 Portionen:

Zubereitung:

Wasser mit Salz aufkochen und Polenta mit einem Schneebesen langsam einrühren. Die Polenta ca. 10 min köcheln lassen, währenddessen immer wieder umrühren. Den Topf von der Platte nehmen und die Masse etwas abkühlen lassen. Milch, Eier, Parmesan und Giersch unterrühren und in einem Waffeleisen ausbacken. Mit einem knackigen Wildkräuter-Salat servieren.

Tipp: Die Waffeln schmecken auch ausgezeichnet mit Bärlauch!

Löwenzahnkapern

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Löwenzahn ist die wohl bescheidenste und widerstandsfähigste aller Pflanzen. Der Untergrund kann noch so pflanzenunfreundlich sein, wo der kleine weiße Fallschirm landet, wächst der Löwenzahn - sogar auf Beton. Und er ist auch genauso häufig wie bescheiden, manchmal zum Graus der Hobbygärtner - wird er doch leider oft auch als UN-Kraut bezeichnet. Aber solche bösen Worte wollen wir hier natürlich nicht haben. Der Löwenzahn ist mit seinen vielen positiven Eigenschaften sehr willkommen. Wie viele Frühlingskräuter wirkt er blutreinigend und regt sämtliche Verdauungsorgane an. Seine Blätter schmecken als Salat und seine Wurzel kann zu Tinkturen verarbeiten werden. Wir haben hier ein Rezept für die verschlossenen Blütenknospen und machen Löwenzahnkapern daraus.

Zutaten:

  • 50 gr. junge noch verschlossene Löwenzahnknospen
  • 130 ml Apfelessig
  • 1/2 TL Salz

Zubereitung:

Die Knospen sorgfältig waschen und mit einem Küchentuch trocken tupfen. Essig und Salz in einem Topf aufkochen lassen und die Knospen hineingeben. Nachdem alles kurz aufgekocht hat. die Knospen samt Sud in ein ausgekochtes Bügelglas geben. An einem kühlen dunklen Ort eine Woche ziehen lassen. Wie Kapern genießen und im Kühlschrank aufbewahren.

Schmeckt auch mit Bärlauchknospen!

Tipp: Jeden Tag einen Löwenzahn mit Stängel essen - sorgt für freien Atem!

Wilde Kräutersuppe mit 9 verschiedenen Kräutern

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Ach, du grüne Neune! Die Zahl 9 gilt in vielen Kulturen als heilig - möglicherweise besteht die traditionelle Frühlingskräutersuppe deshalb aus genau neun Wildkräutern. Wer nicht so viele findet, kann natürlich auch ein bisschen schummeln, das wird sicher nichts an der Tatsache ändern, dass die Suppe erfrischend und kräftigend auf uns wirkt. Mit der Kraft der einschießenden Natur begrüßen wir so den Frühling.

Die traditionellen 9:

  • Brennnessel
  • Gundelrebe
  • Spitzwegerich
  • Löwenzahn
  • Vogelmiere
  • Bärlauch
  • Sauerampfer
  • Giersch
  • Schafgarbe

Als Basis für die Suppe kann eine leichte Gemüsebrühe mit oder ohne Einbrenn oder eine Kartoffelsuppe gemacht werden. Wichtig ist, dass die Wildkräuter nur ein paar Minuten in der heißen Suppe ziehen und sie dann sofort serviert wird. Die Suppe kann nach Belieben mit etwas Sauerrahm oder Obers verfeinert werden, wer darauf verzichtet oder durch Cashewsahne ersetzt, genießt seine Suppe vegan.

Zutaten:

Zubereitung:

Erdäpfel schälen und in Würfel schneiden (so garen sie schneller) in kaltem gesalzenem Wasser zustellen und weich kochen. Sobald die Erdäpfel weich sind pürieren und so viel Wasser zugießen, bis die Suppe die gewünschte Konstistenz hat. Mit Hildegards Gemüsebrühe würzen und die gehackten Wildkräuter hinzufügen. Kurz ziehen lassen und eventuell nochmal mit dem Pürierstab aufmixen. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken und mit Gänseblümchen dekorieren.

Brennnessel-Smoothie

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Auf geht’s - Handschuhe anziehen und Brennnessel sammeln. Bei vielen ist alleine das Wort schon etwas negativ behaftet, wahrscheinlich verknüpft mit schmerzhaften Kindheitserinnerungen. Eine Versöhnung mit der Heilpflanze mit schlechtem Ruf wird unbedingt empfohlen. Die Heilpflanze Brennnessel regt den Stoffwechsel an und hilft Giftstoffe auszuscheiden - die ideale Frühlingspflanze also. Man kann die Brennnessel wie Spinat zubereiten, oder Salate und Suppen damit bereichern. Brennnesseltee wirkt bei Blasenentzündung wahre Wunder und kann auch statt Wasser beim Brotbacken verwendet werden. Wir werfen die Brennnessel gemeinsam mit einer Banane in den Mixer und machen uns einen erfrischenden grünen Smoothie daraus.

Blume

Zutaten:

  • 1 Handvoll Brennnesseln
  • Saft einer halben Orange
  • 1 Banane
  • etwas Wasser oder Eiswürfel

Zubereitung:

Brennnessel sollten wie alle Wildkräuter vor der Verwendung gut gewaschen werden. Alles gemeinsam cremig mixen und genießen. Die Konstistenz kann mit dem zugefügten Wasser variiert werden, je nachdem wie man seinen Smoothie am liebsten hat.  Tipp: Bio-Dünger aus Brennnesseln: Brennnesseln grob schneiden und im Verhältnis 1:10 mit Wasser ansetzen. An einem warmen Ort ca. 2 Wochen gären lassen. Täglich umrühren. Die Brennnesseljauche ist fertig, sobald sich kein Schaum mehr bildet und sie eine dunkle Farbe angenommen hat.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Sarah & Alex von www.nudlholz.at