Nachhaltigkeit

Schutz unserer Bio-Felder
vor Abdrift

Pestizide machen auch vor benachbarten Bio-Flächen nicht halt. So schützen wir unsere Bio-Kräuter und damit auch die Existenz unserer Bauern.

Pestizide, die in der konventionellen Landwirtschaft zum Einsatz kommen, machen auch vor benachbarten Bio-Flächen nicht halt. Starker Wind, falsch verwendete Spritzgeräte oder hohe Temperaturen: Leider gelangen immer wieder giftige Wirkstoffe als Abdrift auf die Felder von Bio-Landwirten.

Bauer Helga 4

Bioernte in Gefahr

Doch was bedeutet Abdrift für Bio-Produkte? In der ökologischen Landwirtschaft setzt der Bauer auf natürliche Düngung mit Kompost, Tiermist oder Pflanzenresten. Angepasste Sorten, mechanische Beikrautentfernung, die Förderung von Nützlingen und eine ausgewogene Fruchtfolge verringern den Krankheits- und Schädlingsdruck. Alle Bemühungen sind jedoch umsonst, wenn durch Abdrift giftige Spritzmittel in den Boden von Bio-Bauern gelangen und in den geernteten Rohstoffen nachgewiesen werden – dann droht die Aberkennung des Bio-Status

Schleichendes Gift

Abdrift von Pestiziden

In der konventionellen Landwirtschaft werden chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, leicht-lösliche Phosphate oder auch chemisch-synthetische Stickstoffdüngern eingesetzt. Und genau diese Wirkstoffe machen sich mitunter als Abdrift auch auf den Biofeldern breit.

Um Abdrift gering zu halten, gibt es zumindest jetzt schon für die Anwender eine Reihe von Auflagen, etwa das Verbot von Behandlungen bei Windgeschwindigkeiten über fünf Meter pro Sekunde oder bei Temperaturen über 25 Grad. Die maximale Fahrgeschwindigkeit in sensiblen Bereichen darf höchstens 5 km/h betragen. Dazu kommen Abstandsauflagen, die für jedes Präparat je nach Spritzgerät und Kultur von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES festgelegt und auf Pflanzenschutzmittelpackung mit den Verwendungsbestimmungen angegeben werden.

Eine Nichteinhaltung dieser Auflagen oder Fahrlässigkeit sind oftmals die Ursachen für Abdrifte.

Zach Andreas

Wind 

Das Spritzmittel gelangt beim Ausbringen durch Wind auf Nachbarflächen.

Spritzgerät

Die Spritzen sind so eingestellt oder werden so nahe an Nachbarflächen herangeführt, dass der Strahl diese auch ohne Windeinwirkung erreicht.

Verdampfung

Durch Verdampfung gelangen Wirkstoffe in die Luft und können sich auch bei langsamer Luftbewegung über weitere Flächen ausbreiten und dort kondensieren. Diese Form der Abdrift kann besonders für Bio-Flächen in der näheren Umgebung zum Problem werden.

Schutz für betroffene Landwirte

Schutz gegen Abdrifte
Hannes

Nachdem der Schutz und Ausgleichzahlungen für solche Ernteverunreinigungen nicht ausreichend geregelt sind, greift SONNENTOR auch bei dieser Problematik zur Selbsthilfe und gründet gemeinsam mit ihren Vertragsbauern den Verein zur Förderung einer enkeltauglichen Landwirtschaft in Österreich. „Bei Abdriftschäden zahlt normalerweise die Haftpflichtversicherung des Verursachers“, weiß Bio-Bauer Johann Aufreiter. „Wenn dieser jedoch grob fahrlässig gehandelt hat, steigt die Versicherung aus – dann kommt es zum Streitfall.“

Aufreiter ist Obmann dieses Verein, der von SONNENTOR gegründet wurde, um Partner-Landwirte vor den Folgen von Abdrift zu schützen. "Über diesen Verein wird es einen Solidarfonds für betroffene Landwirte geben, in den Mitglieder einen kleinen Prozentsatz des Verrechnungswertes ihrer Produkte einzahlen“, erklärt Aufreiter. Dazu gibt es Beratung und Hilfe zur Selbsthilfe für die Mitglieder. Gleichzeitig wird der Verein auch allgemein über diese Problematik aufklären und versuchen für die Bio-Bauern zukünftig eine gesetzlich geregelte Lösung zu erreichen.