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Samen horten und Nachzügler betreuen

Die schlauesten Naturgärtner Tricks.

Schwupps, etwas überraschend dürfen wir die Flip Flops wieder einpacken – und uns an „herbstlichere“ Wetterverhältnisse gewöhnen. Meine Paradeiser warten aber auch noch auf „rosigere“ Zeiten. Ihre Farbintensität ähnelt jener auf der Hautoberfläche frisch gelüfteter Winterwaden. Aber im Gegensatz zu menschlichen Waden sollten die Bäckchen meiner Paradeiser noch rot werden.

Kuschelig

Warm haben es, wie bereits im Frühling beplaudert, auch Paradeiser gern. Den Früchten ist das Licht der Sonne weniger wichtig als ihre Wärme. Das heißt, dass bereits ausgewachsene, noch blasse Früchte, bei Zimmertemperatur nachreifen können. Es ist Ihnen auch gänzlich einerlei ob ich ihnen dabei das Licht aufdreh’ oder sie im Finsteren schlummern lass’.

Hildegard von Bingen Sonnentor | © SONNENTOR

Noch nicht ausgewachsene Früchtchen, also jene die noch nicht daran denken sich in anders farbige Schale zu werfen und noch unschuldiges Grün tragen, bleiben an ihrer Pflanze. Sie würden in meiner Küche noch grün verrunzeln.

Samen horten

Von jenen Pflanzen, die mir während der Flip-Flop-Zeit besonders viel Freude bereitet haben, nehm’ ich mir jetzt schon besonders reife Früchte zur Samengewinnung weg.Das Fruchtfleisch löffle ich aus und lass’ es mit etwas Wasser bedeckt an einem Ort, der niemanden irrt, drei Tage stehen. Nach drei Tagen hat sich dann ein weiß-grauer Pilzrasen gebildet. Der stört mich nicht weiter, sondern wird dann einfach abgegossen. Die Samen reinige ich in einem Sieb unter fließendem Wasser bis sich auch der letzte Fruchtfleischrest „vertschüsst“  hat. Die gereinigten Samen dürfen es sich anschließend auf einem Klopapierstreifen im Abstand von ca. 5 cm gemütlich machen und sich nach dem Abtrocknen bis zur Aussaat im März, aufgerollt, in einem Schraubglas ausrasten. Das selbst gebastelte Saatband ist unkompliziert im Frühling und die vom keimhemmenden Fruchtfleisch befreiten Samen sehr„startfreudig“.

Nachzügler betreuen

Vor dem ersten Frost  wird’s dann ernst und es kommt dann doch zur rituell begangenen Entwurzelung. Manche lassen die Früchte an den Pflanzen und hängen alles gemeinsam zuerst  an einem kühlen und später zum Nachreifen an einem warmen Ort auf. Ich pflücke die verbliebenen ausgewachsenen Früchte ab und lege sie in der Küche auf eine oft besuchte Fensterbank. In manchen Jahren ,mit wohlig warmem Herbst, freu’ ich mich bis kurz vor Weihnachten über das wechselnde Farbspektakel an den duftenden Paradeiser-Früchten.

Thymian Sonnentor | © SONNENTOR

Noch viele zehenwärmende Sonnenstunden wünscht
Luzi von GARTENleben

www.gartenleben.at

P.S. Unreife Früchte, egal welcher Sorte,sollten nicht verarbeitet werden. Das enthaltene Solanin ist hitzestabil und der Gehalt in der Frucht wird beim süß-sauren Einlegen angeblich auch nur wenig verringert.

Pflanz dir Freude!