Genuss, Herbst

Kostbare Wildfrüchte

mit dem Hagebutten „Ketchup“, dem Hollerbalsamico und Vogelbeerensirup wollen wir euch einfache Rezepte rund um die wilden Früchte vorstellen.

„Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm...“ Wusstet ihr, dass damit nicht der giftige Fliegenpilz sondern die hübsche Hagebutte gemeint ist?! Und wie diese, reifen nahezu unbeachtet in Wäldern und Hecken ab dem Spätsommer vielerlei Wildfrüchte heran. Mit dem Hagebutten „Ketchup“, dem Hollerbalsamico und Vogelbeerensirup wollen wir euch einfache Rezepte vorstellen und die wilden Früchte aus ihrem Dornröschenschlaf wecken!  

Wacholder

Kleine Frucht, große Wirkung!

Eines haben Hagebutte, Holler, Vogelbeere & Co. gemeinsam: sie sind deutlich kleiner als Obst aus dem Supermarkt und besitzen relativ wenig Fruchtfleisch. Das macht sie in der Verarbeitung etwas aufwändiger, tut den Inhaltsstoffen aber keinen Abbruch! Im Gegenteil - Antioxidantien, Vitamine und Mineralien stecken geballt in hohen Mengen in den kleinen Power-Früchten. Wie das immunstärkende Vitamin C. Davon können Hagebutten rund 20x mehr aufweisen als Zitronen.

Einmal tiefkühlen bitte! Vogelbeeren, aber auch zum Beispiel die Schlehen, sind im Geschmack sehr herb und sauer, werden aber nach dem ersten Frost milder, süßer und schmackhafter. Wer das nicht abwarten möchte, kann die Früchte einfach eine Nacht in den Tiefkühler packen. 

Achtung giftig! Manche Wildfrüchte wie Holler und Vogelbeere enthalten im rohen Zustand giftige Inhaltsstoffe die zu Erbrechen und Übelkeit führen können. Durchs Kochen werden die unbekömmlichen Stoffe zerstört und die Wildfrüchte genießbar.

Nelken

Bitte nicht aufessen! Für uns sind Wildfrüchte eine willkommene Ergänzung und gesunde Bereicherung am Speiseplan. Für Vögel und andere Wildtiere sind sie als Nahrungsquelle aber lebensnotwendig. Beim Sammeln deshalb bitte immer darauf achten, dass für sie genug übrig bleibt.

Holunder

Danke an www.blattunddorn.at für die tollen Rezepte!

Hagebutten „Ketchup“

Hagebuttenketchup

Beim Spazieren im Wald leuchten uns ab August die roten Früchte des Wildrosenstrauchs entgegen – die Hagebutten. Süß und fruchtig schmecken sie und lassen sich zu Marmelade, Mus, Likör und vielem mehr verarbeiten. Mit dem Hagebutten „Ketchup“ zeigen wir euch diesmal ein Hagebutten-Rezept der etwas anderen Art. Fans pikanter Speisen werden es lieben und wahrscheinlich darüber erstaunt sein, dass Ketchup auch ohne Tomate geht.

Tipp: Im Inneren der Hagebutte befinden sich kleine, harte und haarige Kerne. Wen es nur bei der Vorstellung daran zu jucken beginnt, weiß Bescheid. Es handelt sich dabei um das fiese Juckpulver, das bei Hautkontakt Juckreiz verursacht. Bei sensiblen Personen können die Härchen beim Verzehr von Hagebutten „Ketchup“ – auch bei Marmelade und Mus - zu Halskratzen und leichten Magenbeschwerden führen. Hier würde sich empfehlen die Kerne vor der Verarbeitung mit einem Löffel auszuschaben. Für die weitere Zubereitung zum „Ketchup“ werden die Hagebutten dann grob zerkleinert und mit Zwiebel angedünstet. Der Rest erfolgt wie oben beschrieben. Die Masse muss allerdings im geschlossenen Topf ca. 30 Minuten köcheln und abschließend püriert werden.

Resteverwertung: Die anfallenden Kerne der Hagebutten können getrocknet und für den Winter bevorratet werden. In der Volksmedizin wird der „Kerntee“ bei Erkältungen und Blasenproblemen empfohlen.

Hollerbalsamico

Hollerbalsamico

Der Holler, auch Schwarzer Holunder genannt, beschenkt uns gleich zweimal im Jahr reich. Im Frühling mit duftenden Blüten für Sirup und Tee und im Spätsommer mit seinen schwarzvioletten Früchten. Rezepte mit den süßlich-herben Früchten gibt es in Hülle und Fülle. Wir entscheiden uns diesmal für den Hollerbalsamico, weil uns diese süß-saure und herrlich cremige Köstlichkeit zu Salat, Käse & Co. einfach so gut schmeckt! 

Vogelbeerensirup  

Vogelbeerensirup

Die Verwendung der orange bis knallroten Vogelbeeren als Heil- und Nahrungsmittel geht bis auf die Kelten zurück. Heute hält sich hartnäckig der Irrglaube, dass die Früchte der Eberesche - die Vogelbeeren - giftig seien. Was zur Hälfte stimmt, denn roh sind die bitter-sauren Beeren eher nicht genießbar. Mitgekocht in Mus, Marmeladen und Sirup kann man damit aber tolle Akzente setzen und überraschen – wie beim Vogelbeeren Sirup, der geschmacklich an Grapefruitsaft erinnert.

Tipp: Die pektinreichen Vogelbeeren können zum Binden von Fruchtsäften und Gelees verwendet werden. Kleine Mengen reichen bereits aus.