Auf dem Foto sind Wacholderbeeren, Thymian, Lavendel und vieles mehr zu sehen. | © SONNENTOR

Räuchern mit Kräutern und Gewürzen

Wir zeigen euch wie ihr mit Kräutern und Gewürzen geschmackvoll räuchern könnt!

Das Verglühen von aromatischen Pflanzen begleitet die Menschheit seit jeher. Allen Kulturen und Völkern diente das Räuchern neben sakralen Zwecken auch ganz irdischen Angelegenheiten, zum Beispiel um Wohnräume und Ställe zu reinigen, Kranke zu heilen oder Böses von Haus und Hof fern zu halten. Heute ist die Kunst des Räucherns vielfach in Vergessenheit geraten, doch die Hektik unserer Zeit bringt uns diesen ruhigen, besonnenen Ritualen wieder näher.

Altes Brauchtum - neu entdeckt

Während viele beim Räuchern unmittelbar an Kirche, Weihrauch und Myrrhe denken, wissen Großeltern oft mehr darüber zu berichten. Früher waren es heimische Kräuter, Gewürze und Baumharze die zu traditionellen Festen, den sogenannten Jahreskreisfesten als Räucherwerk dienten. Diese Feste (wie die Walpurgisnacht, Johanni und auch die Rauhnächten) markierten wichtige Übergänge im Jahr, wurden mit Bräuchen und Riten belegt und hatten eine große Bedeutung für die Menschen.

Illustration von einem Druiden, der seinen Trank mit einem Hasen und einem Fuchs teilt. | © SONNENTOR

Heute haben wir uns von diesem naturverbundenen Brauchtum weitgehend entfremdet, doch das Räuchern hat nichts von seiner Kraft verloren. Jeder kann das Ritual für sich neu intepretieren. Sei es zum Kraft finden, Meditieren oder Entspannen. Räuchern ist eine Wohltat für alle Sinne!

Wo wird geräuchert und was passiert dabei?

Beim Räuchern werden die in Kräutern, Gewürzen und Baumharzen enthaltenen Duft- und Wirkstoffe durch das Verglühen über einer Wärmequelle frei und mit dem aufsteigenden Rauch im Raum verteilt, wo sie ihre Wirkungen entfalten.

Das Tolle dran? Räuchern kann man überall! Große Hallen und Räume eignen sich genauso wie kleine und fast vergessene Ecken und Winkelchen im Haus. Und manchmal möchte man ganze Häuser oder die neue Wohnung mit aromatischem Pflanzenrauch erfüllen, um sie von alten Energien zu befreien. Manchmal dient das Räuchern aber der Reinigung und Unterstzüftzung im Kleineren: man kann im Schlafzimmer vorm Zubettgehen, im Auto zum Schutz oder begleitend zu Yoga räuchern.

So gelingt die Räucherung

Zum Räuchern, also als „Räucherwerk“, eignen sich alle getrockneten Pflanzenteile wie Blüten, Blätter, Samen, Rinden, Harze, Moose etc. Sie können einzeln verräuchert oder mit mehreren Räucherstoffen gemischt werden. Mithilfe eines Mörsers werden die Pflanzenteile zuerst etwas zerkleinert und aufgebrochen, sodass sich die Aromen besser entfalten können.

Beim Räuchern selbst gibt es mehrere Varianten:

  • In Schalen räuchern: Dazu wird eine feuerfeste Schale mit Sand befüllt und in der Mitte ein Stück Räucherkohle platziert. Die Räucherkohle dient hier als nötige Wärmequelle. Sie wird angezündet und beginnt bald zu verglühen. Hat sich die Kohle weißlich gefärbt wird etwa 1TL Räucherwerk drauf gelegt. Durch die Hitze werden die Aromen frei und verräuchert. Bei dieser Variante kommt es meist zu einer stärken Rauchentwicklung, da die Kräuter direkt verglühen und sich der Rauch mit der Luft schnell im ganzen Raum verteilt. Das empfiehlt sich für intensive, reinigende Räucherungen wie mit der Mischung „Dicke Luft ade“.
  • Eine etwas sanftere Methode, bei der die Räucherware nicht direkt verglüht, ist das Räuchern mit einem Stövchen. 1 TL Räucherwerk wird dabei auf das Sieb eines Stövchens gelegt und die Pflanzenaromen, durch die Wärme des darunter befindlichen Teelichts, ganz sanft und ohne starken Rauch freigesetzt.
  • Räuchern mit Räucherbüscheln: Dazu werden frische Kräuter wie z.B. Salbei mit einem Garn zu Büscheln gebunden und getrocknet. Sind die Räucherbüschel trocken, werden diese entzunden und verräuchert. Auch hier entwickelt sich ein intensiver Pflanzenrauch.
Auf dem Foto sind drei Nelken zu sehen. | © SONNENTOR

Räuchermischungen für alle Lebenslagen

Die in Kräutern, Gewürzen und Baumharzen enthaltenen Duft- und Wirkstoffe werden beim Verglühen über der Wärmequelle frei und mit dem aufsteigenden Rauch im Raum verteilt, wo sie ihre Wirkungen entfalten. Je nach Gefühlslage und Befinden bietet uns die Natur unzählige Pflanzen, die für wohltuende Räucherungen zur Verfügung stehen.

Reinigung – Dicke Luft ade

Auf dem Foto sind mehrere Wacholderbeeren auf einem Holzlöffel zu sehen. | © SONNENTOR

Wer kennt das nicht, wenn Streit oder Sorgen in der Luft hängen bleiben und „dicke“ Luft herrscht? Ein Phänomen, dass vor allem an Orten auftritt wo viele Menschen zusammenkommen. Um diese „atmosphärisch“ zu reinigen werden seit alters her Räucherungen eingesetzt. Salbei, Beifuß, Lavendel, Wacholder und Weihrauch zählen beim Ausräuchern und Reinigen von Häusern und Räumen zu den wichtigsten Kräutern. Für eine reinigende Räucherung werden diese einfach zu gleichen Teilen gemischt.

Gute Energie – Gute Laune

Auf dem Foto sind Pfeffer und Sternanis zu sehen. | © SONNENTOR

Manche Räucherpflanzen wirken mit ihrem Duft direkt auf unsere Laune und sorgen für Harmonie und gute Energie. Eine Mischung aus Rose, Tannen-, Fichten- oder Kiefernadeln, Nelken und den Schalen von Mandarine und Orange hebt auch an trüben Tagen die Stimmung. Auch Holunder, Königskerze und Johanniskraut wirken ausgleichend und bauen Spannungen ab.

Ruhe und Gelassenheit

Wenn Körper und Geist nicht zur Ruhe kommen, hilft eine Räucherung mit Zimt, Fenchel, (Stern-)Anis und Sandelholz. Diese wirkt entspannend, schlaffördernd und beruhigt die Gedanken. Am Abend vor dem Zubettgehen kann man so ganz einfach Sorgen und Stress mit dem duftenden Rauch davonfliegen lassen.

 

Die Rau(c)hnächte – die magische Zeit zwischen den Jahren

Eine besondere Bedeutung hat das Räuchern schon immer in der dunklen Jahreszeit und wird mancherorts noch heute in den Rauhnächten praktiziert. In diesen 12 Tagen „zwischen den Jahren“, beginnend mit der Wintersonnwende um Weihnachten und endend mit dem Dreikönigstag, feierte man früher den Sieg des Lichts über die Dunkelheit. Mit Ofenglut und Kräutern in große Pfannen gefüllt gingen die Menschen durch Haus und Ställe um böse Mächte zu vertreiben und Krankheit und Leid fernzuhalten.

Auch galten die Raunächte als eine Zeit des Wartens und Innehaltens. Die Ernte war eingefahren, die Samen ruhten tief in der Erde. Und noch heute verspüren in diesen Tagen manche das Gefühl als ob die Zeit ein bisschen still stünde. Eine magische Zeit, die wunderbar mit Räucherungen begleitet werden kann. 

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit www.blattunddorn.at 

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