Weihnachten, Winter

Räuchern mit Kräutern und Gewürzen

Das Verglühen von aromatischen Pflanzen begleitet die Menschheit seit jeher. Allen Kulturen und Völkern diente das Räuchern neben sakralen Zwecken auch ganz irdischen Angelegenheiten, zum Beispiel um Wohnräume und Ställe zu reinigen, Kranke zu heilen oder Böses von Haus und Hof fern zu halten. Heute ist die Kunst des Räucherns vielfach in Vergessenheit geraten, doch die Hektik unserer Zeit bringt uns diesen ruhigen, besonnenen Ritualen wieder näher.

Altes Brauchtum - neu entdeckt

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Während die meisten Menschen beim Räuchern unmittelbar an Kirche, Weihrauch und Myrrhe denken, wissen Großeltern oft mehr darüber zu berichten. Denn früher waren es heimische Kräuter, Gewürze und Baumharze die zu traditionellen Festen, den sogenannten Jahreskreisfesten als Räucherwerk dienten. Diese Jahreskreisfeste, wie Walpurgis, Johanni und die Rauhnächten, markierten wichtige Übergänge im Jahr und galten als Zeiten in denen der Schleier zur Anderswelt besonders dünn war. Sie wurden mit Bräuchen und Riten belegt und hatten eine große Bedeutung für die Menschen.

Druidentrank

Heute haben wir uns, vor allem in der westlichen Welt, von diesem naturverbundenen Brauchtum weitgehend entfremdet, doch das Räuchern hat nichts von seiner Kraft verloren. Auch wenn es nicht zu den traditionellen Zeiten durchgeführt wird, kann es jeder für sich neu interpretieren. Sei es zum Kraft finden, Meditieren, Entspannen oder einfach um den aromatischen Duft wahrzunehmen, den sanften Formen des Rauches zu folgen und die Wärme des Feuers zu spüren.

Die Rau(c)hnächte – die magische Zeit zwischen den Jahren

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Eine besondere Bedeutung hat das Räuchern schon immer in der dunklen Jahreszeit und wird mancherorts noch heute in den Rauhnächten praktiziert. In diesen 12 Tagen „zwischen den Jahren“, beginnend mit der Wintersonnwende um Weihnachten und endend mit dem Dreikönigstag, feierte man früher den Sieg des Lichts über die Dunkelheit. Mit Ofenglut und Kräutern in große Pfannen gefüllt gingen die Menschen durch Haus und Ställe um böse Mächte zu vertreiben und Krankheit und Leid fernzuhalten.

Auch galten die Raunächte als eine Zeit des Wartens und Innehaltens. Die Ernte war eingefahren, die Samen ruhten tief in der Erde. Und noch heute verspüren in diesen Tagen manche das Gefühl als ob die Zeit ein bisschen still stünde. Eine magische Zeit, die wunderbar mit Räucherungen begleitet werden kann. 

So gelingt die Räucherung

Nelken

Zum Räuchern eignen sich alle getrockneten Pflanzenteile, die alleine verwendet oder auch mit mehreren Räucherstoffen gemischt werden können. Mithilfe eines Mörsers werden die Pflanzenteile gut zerkleinert und pro Räucherung etwa 1 TL entweder auf ein Räucherstövchen oder Kohle in einem Räuchergefäß mit Sand gelegt. 

Räuchermischungen für alle Lebenslagen

Die in Kräutern, Gewürzen und Baumharzen enthaltenen Duft- und Wirkstoffe werden beim Verglühen über der Wärmequelle frei und mit dem aufsteigenden Rauch im Raum verteilt, wo sie ihre Wirkungen entfalten. Je nach Gefühlslage und Befinden bietet uns die Natur unzählige Pflanzen, die für wohltuende Räucherungen zur Verfügung stehen.

Reinigung – Dicke Luft ade

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Wacholder

Wer kennt das nicht, wenn Streit oder Sorgen in der Luft hängen bleiben und „dicke“ Luft herrscht? Ein Phänomen, dass vor allem an Orten auftritt wo viele Menschen zusammenkommen. Um diese „atmosphärisch“ zu reinigen werden seit alters her Räucherungen eingesetzt. Salbei, Beifuß, Lavendel, Wacholder und Weihrauch zählen beim Ausräuchern und Reinigen von Häusern und Räumen zu den wichtigsten Kräutern. Für eine reinigende Räucherung werden diese einfach zu gleichen Teilen gemischt.

Gute Energie – Gute Laune

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Anispfeffer

Manche Räucherpflanzen wirken mit ihrem Duft direkt auf unsere Laune und sorgen für Harmonie und gute Energie. Eine Mischung aus Rose, Tannen-, Fichten- oder Kiefernadeln, Nelken und den Schalen von Mandarine und Orange hebt auch an trüben Tagen die Stimmung. Auch Holunder, Königskerze und Johanniskraut wirken ausgleichend und bauen Spannungen ab.

Ruhe und Gelassenheit

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Wenn Körper und Geist nicht zur Ruhe kommen, hilft eine Räucherung mit Zimt, Fenchel, (Stern-)Anis und Sandelholz. Diese wirkt entspannend, schlaffördernd und beruhigt die Gedanken. Am Abend vor dem Zubettgehen kann man so ganz einfach Sorgen und Stress mit dem duftenden Rauch davonfliegen lassen.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit www.blattunddorn.at