Foto von einem Weg im Wald. | © SONNENTOR

Bauchgefühl

Jede*r kennt es - dieses Gefühl im Bauch. Und doch schenken wir dem oft zu wenig Beachtung. Lassen wir unseren Bauch reden und hören wir auf ihn.

Dieses Gefühl im Bauch... Wenn wir schon vorab etwas erahnen, wenn wir die bekannten Schmetterlinge im Bauch fühlen, oder wenn wir eine spontane Entscheidung aus dem Bauch heraus treffen. Alles das kommt nicht von irgendwo her, sondern von einem Teil in unserem Körper, der sich das Bauchgehirn nennt. Das es das gibt ist längst kein Geheimnis mehr. Es ist aber an der Zeit, diesem Teil in unserem Körper denselben Stellenwert zuzuordnen wie unserem Kopfgehirn.

Bauchhirn - was ist das?

Unser Bauch kommuniziert mit dem Gehirn. Es sind mehrere Millionen Nervenzellen, die in unserem Bauch verlaufen und welche die Wissenschaft auch als Bauchgehirn bezeichnet. Ein Nervensystem, dass zu ergründen viele neue Erkenntnisse bringt, wie zum Beispiel, dass wenn uns etwas auf den Magen schlägt, es tatsächlich auch eine negative Wirkung auf unsere Psyche, sozusagen auf unsere Stimmung hat. Im Grunde sind die Nervenzellen in unserem Bauch dafür verantwortlich, dass unsere Verdauung reguliert wird und unser Darm seine Arbeit macht.

Aber das Bauchgehirn steht in direkter Verbindung mit unserem Kopfgehirn. Es ist bewiesen, dass die beiden miteinander kommunizieren und das zeigt uns, dass das eine ohne dem anderen nicht funktionieren kann. Es ist sogar so, dass der Großteil der Informationen vom Bauch ausgeht und in Richtung Kopf gesendet wird. Das geschieht oft über den Nervus Vagus, der auch Nerv der Ruhe genannt wird, um es ein wenig zu veranschaulichen. Kommen schlechte Nachrichten aus dem Bauch, ob Unwohlsein nach schlechtem Essen oder weil uns ein ungutes Gefühl überkommt, kann das sozusagen auch auf unser Gemüt schlagen. Vieles davon bekommen wir aber oft gar nicht mit. Wir wissen zu einem großen Teil nicht, was der Bauch gerade an Signalen an das Gehirn sendet und was das für unser physisches und psychisches Wohlbefinden bedeutet. Ein Grundproblem an der ganzen Sache ist auch, dass wir nicht mehr in uns hinein hören.

Das Bauchgefühl und die Gesundheit

Wir sind in einer sehr rationalen Generation aufgewachsen. Alles muss immer durchdacht werden und wir handeln gerne nach dem Kopf. Dass wir aber auch auf unseren Bauch vertrauen sollten, das haben wir verlernt. Kinder können uns hier ein wunderbares Beispiel sein. Sie überlegen nicht lange, sie handeln. Sie spüren, wenn sie in einen Raum kommen wie die Stimmung ist und geben dazu auch oft laut ihre Meinung ab. Vor allem aber erspüren sie mit dem Bauch auch oft, dass etwas nicht stimmt, auch wenn Erwachsene sagen, alles sei in Ordnung.

Das unser Bauchgehirn uns oft sagt, dass etwas nicht stimmt, das Überhören wir Erwachsene im eigenen Leben immer sehr gerne. Wir nehmen uns keine Zeit, um auf unseren Bauch zu hören. Wir lassen uns von unserer Ratio lenken und verfolgen einen straffen täglichen Zeitplan, in dem wir immer mehr leisten müssen und uns immer mehr beweisen wollen. Das schlägt sich auf Dauer nicht nur auf unseren Magen, also auf unsere physische Gesundheit, sondern das verursacht auch zahlreiche psychische Probleme. Wir leben in einer Zeit,  in der es mehr psychische und psychosomatische Krankheiten gibt, denn je zuvor. Das fängt meist bei Schlaflosigkeit an, geht über Angstzustände oder Burn-out und kann bei Depressionen enden. Oft liegt die Ursache im Bauch. Das Schlüsselwort ist hier in vielen Fällen Stress. Stress verursacht, dass unsere Magen- und Verdauungssäfte aufhören zu fließen und das gefällt unserem Darm gar nicht. Ein Großteil unseres Abwehrsystems liegt im Darm. Wenn dieser nicht gut behandelt wird, nicht so läuft wie er sollte, dann kann das eben auch zu Krankheiten führen. Ein intaktes Immunsystem liegt dann vor, wenn vor allem auch der Darm glücklich ist.

Was ist also die erste Maßnahme? Wir sollten wieder lernen, auf unseren Körper, beziehungsweise auf unser Bauchgehirn zu hören.

Das Bauchgehirn und unsere Intuition

Die Frage, die man sich zu diesem Thema oft stellt, ist, ob das Bauchgehirn mit der Intuition gleichzusetzen ist. Das ist wissenschaftlich noch nicht feststellbar. Die Frage ist aber noch mehr, brauchen wir dazu wirklich die Wissenschaft? Können wir uns die Frage nicht gleich selbst beantworten? Denn wie oft, haben wir uns schon gedacht, hätte ich doch auf meinen Bauch gehört. In Studien wurde bereits gezeigt, dass Probanden, die eine Entscheidung aus dem Bauch getroffen haben, wie sich für ein Bild zu entscheiden, mit dieser Wahl glücklicher waren als jene, die alles mehrmals überdacht haben. Diesen Test kann jeder von uns tagtäglich selbst machen. Nach einiger Zeit wird man feststellen, wie gut doch eigentlich unsere Intuition und damit eben auch das Bauchgehirn funktioniert.

Darüber freut sich unser Bauchgehirn

Was man auch aktiv für einen gesunden Körper und Geist machen kann sind zwei wichtige Dinge.

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Ernährung

Nummer eins ist die Ernährung, sind die Kräuter. Kräuter sind Lebensmittel und Heilmittel. Mit ihren Inhaltsstoffen können sie unser Wohlbefinden steigern. Bitterstoffe, wie zum Beispiel in der Schafgarbe oder dem Löwenzahn, sorgen dafür, dass Magen- und Verdauungssäfte fließen. Ob die bitteren Kräuter in den Salat kommen oder als Gewürz genutzt werden ist jedem selber überlassen. Aber die gesundheitliche Wirkung ist enorm.  Eine weitere Möglichkeit die Verdauung noch mehr zu unterstützen ist mit wertvollen ätherischen Ölen die in Kräutern aber auch in Gewürzen wie Anis, Kümmel oder Fenchel enthalten sind. Ob als Zutat in einer Speise oder auch klassisch als Tee. Wir können viel dafür tun, dass wir unser Bauchgehirn und alles was dazu gehört aktiv unterstützen.

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Natur

Nummer zwei ist raus in die Natur zu gehen, um dort den Stress, der uns auf den Magen schlägt zu verringern. Es ist bewiesen, dass Zeit in der Natur, vor allem im Wald, die Stresshormone Adrenalin und Cortisol senken kann. Warum also dieses Geschenk vor der Haustüre nicht nutzen, tief Ein- und Ausatmen. Nichts tun. Dasitzen und beobachten. Eintauchen in die Natur. Sich als Teil der Natur wahrnehmen. Das beruhigt unseren Geist, fördert unser Glückshormon Serotonin und das gefällt dann auch unserem Bauchgehirn. Klingt doch einfach, oder? Ist es auch, man muss es nur machen. Das Thema Waldbaden erfreut sich genau aus diesem Grund so großer Beliebtheit, weil hier eben am Glücksgefühl, am Entschleunigen in der Natur, mit Hilfe des Waldes gearbeitet wird.