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Kräuterbitter & Kräuterlikör

Kräuterschnaps einfach selbst gemacht!

Kräuterschnäpse sind in den letzten Jahren in Vergessenheit geraten. Zu unrecht, wie wir finden. In alten Kräuterbüchern ist oft von den kostbaren Tropfen zu lesen und bereits Hildegard von Bingen schätzte diese traditionelle Methode um aus den Heilkräutern das Beste heraus zu holen. Für einen wohltuenden Kräuterschnaps darf man also ruhig auch mal etwas tiefer ins Glas schauen.

Gewürzschaufel Sonnentor | © SONNENTOR

Die Basis des geistigen Getränks bilden frische als auch getrocknete Kräuter, Wurzeln, Früchte und Gewürze. Diese werden für längere Zeit in 40%igen Alkohol eingelegt. Genau genommen ist der Kräuterschnaps eine Tinktur, bestehend aus verschiedenen Zutaten welche nach Lust und Laune gemischt werden können. Die Geschmackspalette ist dementsprechend vielfältig und reicht von schmackhaft-würzig, medizinisch bitter bis hin zu fruchtig und süß. Mit wenig Aufwand ist ein Kräuterschnaps im Handumdrehen selbst angesetzt. Als letzte Zutat braucht es dann nur noch etwas Geduld.

Mahlzeit, Prost und G'sundheit!

Ganz nach dem Motto „Ein Achterl in Ehren kann keiner verwehren“ kann 1 Schnapsgläschen vom Kräuterschnaps (ca. 2 cl) nach dem Essen, bei Magenzwicken, als Gipfelschnaps oder einfach zum Genuss getrunken werden. Kräuterschnäpse sind ein wunderbares, individuelles Geschenk für Geburtstage, Weihnachten und festliche Anlässe aller Art. Aber Achtung: Kräuterschnäpse sind nur für die Großen und natürlich nicht für Kinder geeignet! Zwei Varianten, nämlich Kräuterbitter und Kräuterlikör, nehmen wir genauer unter die Lupe. 

Selbstgemachter Kräuterbitter

Anispfeffer | © SONNENTOR

'Was bitter dem Mund, ist dem Magen gesund' sagt schon ein altes Sprichwort. Tatsächlich regen die in Pflanzen enthaltene Bitterstoffe unser gesamtes Verdauungssystem an. Sie unterstützen Leber, Galle und Darm in ihrer Funktion und helfen bei Blähungen und Völlegefühl. Hohe Mengen der bitteren Inhaltsstoffe findet man vor allem in Wildkräutern wie Löwenzahn, Schafgarbe, wildem Hopfen und Beifuß. Diese Kräuter bilden die Basis des verdauungsfördernden, aromatischen Kräuterbitters und können nach Belieben variiert werden.

Zutaten für 1 Liter Kräuterbitter:

  • Blätter und Wurzeln von 5 Löwenzahnpflanzen (ca.2 Handvoll)
  • 10 EL Schafgarbe
  • 5 EL Hopfenblüten
  • 5 EL Beifuß
  • 1 Liter 40%iger Alkohol (z.B. Korn, Wodka, Schnaps)
Koriander Sonnentor | © SONNENTOR

Zubereitung: Löwenzahn im Frühling oder Herbst graben und die ganze Pflanze mitsamt Blättern und Wurzel unter fließendem Wasser säubern. Danach Blätter und Wurzeln trocken tupfen und klein schneiden. Schafgarbe und Beifuß ebenfalls zerkleinern. Alle Zutaten gemeinsam mit dem Alkohol in ein verschließbares Gefäß füllen und 2 - 4 Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Danach abseihen und in Flaschen füllen. Fertig!

Selbstgemachter Kräuterlikör

Im Gegensatz zum Kräuterbitter wird der Kräuterlikör mit Zucker angesetzt. Er ist ein süßes und süffiges Genussgetränk für Schleckermäuler und alle die beim Festessen gerne mal über die Stränge schlagen. Wohltuende Kräuter und Gewürze wie Pfefferminze, Kamille, Nelken und Zimt wirken krampflösend, desinfizierend und entblähend und helfen bei Übelkeit und Völlegefühl nach reichhaltigen Mahlzeiten. Mit einem Stamperl Kräuterlikör lässt sich so auf wohlschmeckende Art und Weise das eine oder andere Magenzwicken verhindern.

Pfefferminze | © SONNENTOR

Zutaten für 1 Liter Kräuterlikör:

Zubereitung: Pfefferminz Blätter zerkleinern und Gewürze im Mörser zerstoßen. Alle Zutaten gemeinsam mit dem Alkohol in ein verschließbares Gefäß füllen und 2 - 4 Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Danach abseihen und in Flaschen füllen. Fertig!

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit www.blattunddorn.at