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Bauchweh adé! Wege zu deinem Wunschdarm.

Wenn die Verdauung verrückt spielt, dann kann Genuss schnell zur Herausforderung werden. Wir zeigen dir Helfer aus dem Kräutergarten!

Spätestens wenn es nach jedem Essen zwickt und zwackt, der Bauch wie ein gespannter Luftballon drückt und die Nahrungsaufnahme zur Tortur wird, ist es wirklich höchste Zeit, etwas für die Darmgesundheit zu tun. Der Darm gilt seit jeher als Sitz der Gesundheit von Körper und Seele, das wussten schon die alten Chinesen und mittlerweile staunt auch die moderne Wissenschaft nicht schlecht, wie komplex unser Darm und seine Aufgaben tatsächlich sind.

Wenn es bei der Verdauung hakt, leidet unser Wohlbefinden ganz enorm. Die Auswirkungen eines nicht richtig funktionierenden Darms sind vielen von uns wohlbekannt und können abgesehen von den gesundheitlichen Beeinträchtigungen mitunter zu äußerst unvorteilhaften Situationen führen.

Schwer verdaulicher Lebensstil

Unser Darm muss ganz schön viel aushalten. Dauerstress, industrialisierte Nahrung und belastende Umwelteinflüsse – all diese Herausforderungen können schwer auf den Bauch schlagen. Immer mehr Menschen leiden unter häufigen oder sogar chronischen Verdauungsstörungen, über die man nach wie vor lieber nicht spricht. Dabei sollte es kein Tabuthema sein und überhaupt: eigentlich könnte alles so einfach sein: Gesund essen, Sport treiben, Stress vermeiden, viel Kräutertee trinken und Bergluft atmen. Das lässt sich halt nicht immer ganz so einfach umsetzen. Was kann man also tun?

Brennessel Sonnentor | © SONNENTOR

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DEN DARM REINIGEN

Die einfachste Methode unseren Darm einmal richtig zu reinigen und von Altlasten zu befreien, ist eine Fastenkur. Es gibt viele gute Fastenkuren und am besten lässt man sich gleich hier von seinem Bauchgefühl leiten, welche einem am ehesten behagt. Da gibt es zum Beispiel die Hildegard Fastenkur, das Basenfasten, Fasten nach F. X. Mayr oder die Hardcore Variante nach Buchinger, der ausschließlich Flüssigkeit wie Wasser, Kräutertees und Gemüsesud empfiehlt. Unterstützend zu jeder Fastenkur kann man wohltuende Kräuterfastentees trinken. Schafgarbe und Brennnessel sind seit jeher für ihre entgiftende und reinigende Wirkung bekannt und unterstützen auch die Leber bei ihrer Arbeit.

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GUTE BAKTERIEN – HEREINSPAZIERT!

Nachdem ein gründlicher Hausputz durchgeführt wurde, kann man gesundheitsfördernde Mikro-Gäste einladen. Unsere Darmflora besteht aus rund 100 Billionen Bakterien, die den Großteil unserer Immunabwehr erledigen. Sie produzieren Vitamine, helfen Gifte und Medikamente abzubauen und versorgen unseren Darm mit Energie. Machen sich unsere nützlichen Bakterien aus dem Staub, kann dies die Ursache von Verdauungsproblemen sein aber auch den gesamten Organismus und sogar die Stimmung beeinträchtigen. Wenn man sich häufig matt und lustlos fühlt, lohnt es sich oftmals, der  Darmflora wie folgt auf die Sprünge zu helfen:

Probiotika

In sogenannten probiotischen Lebensmitteln wimmelt es nur so von den guten und erwünschten Bakterien, die für unser Wohlbefinden unentbehrlich sind. Fermentierte Lebensmittel, gesäuerte Milchprodukte wie Buttermilch, nicht hitzebehandelter Joghurt, Kefir, Miso oder frisches rohes Sauerkraut liefern Probiotika, also die guten Bakterien, in relevanten Mengen. Die regelmäßige Zufuhr der erwünschten Darmbewohner kann auch eine angegriffene Darmschleimhaut wieder auf Vordermann bringen. Ein weiterer einfacher Tipp zur Regeneration der Darmschleimhaut ist dieser einfache

Kurkuma | © SONNENTOR

Darmtrunk:

  • Je ½ TL Kurkuma-, Zimt- und Ingwerpulver und eine Prise schwarzer Pfeffer mit ½ Liter heißem Wasser überbrühen und über den Tag verteilt trinken. Wem das geschmacklich nicht zusagt, der kann auf eine Kurkuma Latte Mischung zurückgreifen. Eingerührt in (Pflanzen-) Milch ergibt das einen wohltuenden Genuss.

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GERN GESEHENE GÄSTE DÜRFEN BLEIBEN

Es muss den kleinen Helferlein in unserem Darm auch behagen, ansonsten sind sie gleich wieder weg. Am besten überzeugt man sie mit ihren Lieblingsspeisen, den sogenannten Präbiotika (nicht zu verwechseln mit Probiotika!).

Die Spitzenreiter unter den präbiotischen Nahrungsmitteln sind: Topinambur, Pastinaken, Spargel, Chicorée, Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, grüne Bananen, Schwarzwurzeln, Artischocken, Hafer und Roggen. Ob knackiger Chicorée-Salat mit Schwarzwurzeln, ein warmes Lauch-Pastinaken-Süppchen mit Roggenbrot, Porridge zum Frühstück oder Topinambur-Püree als Beilage – es wird die nützlichen Bauchbewohner in jedem Fall freuen.

Vorsicht! Fertigprodukte mit vielen chemischen Zusätzen, Zucker und gehärteten Fetten setzen unserer Darmflora ordentlich zu. Wenn man solche Mahlzeiten häufig zu sich nimmt, sind Verdauungsbeschwerden und andere sogenannte Zivilisationserkrankungen vorprogrammiert. Im Darm verhungern so die guten Bakterien. Pilze und Fäulnisbakterien hingegen gedeihen prächtig.

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DIE GESCHENKE DER NATUR NUTZEN

Hildegard von Bingen, Mystikerin und Universalgelehrte des Mittelalters, wird für ihr Wissen über die Wirkung von Kräutern und Gewürzen gerade heutzutage wieder sehr geschätzt. Ihre Favoriten, wenn es um Bauchangelegenheiten geht, sind Fenchel, AnisKümmel, Galgant, Bertramwurzel, Quendel und Ysop. Sie sind ein Alptraum für Fäulnisbakterien und regulieren die Verdauung auf natürliche Weise. Ebenso sollen Flohsamenschalen eine normale Verdauung optimal unterstützen und zusätzlich zur Entgiftung beitragen. 

Schwung für den trägen Darm

Ein träger Darm mit ständiger Staugefahr kommt mit einer ballaststoffreichen, pflanzenbasierten Ernährung und anregenden Kräutern und Gewürzen wieder in Schwung:

Die Brennnessel regt das Verdauungssystem, die Leber und die Nieren an. Man kann aus ihr Suppe oder Tee machen oder sie als Zutat im grünen Smoothie verarbeiten.

Basilikum wirkt mit seinen ätherischen Ölen ebenfalls verdauungsfördernd und lässt sich hervorragend in der Küche einsetzen: Im Sugo und in herrlichen Rahmsaucen, auf Pizza, im Ratatouille und im Salatdressing – ein echter Allrounder.

Auch die ätherischen Öle der Lorbeerblätter sind bekannt für ihre anregende Wirkung. Lorbeer passt hervorragend in Eintöpfe, Ragouts – mit oder ohne Fleisch – und ist auch ein beliebtes Einlegegewürz.

Wenn tatsächlich mal gar nix mehr weitergeht und sich Stillstand über Tage einstellt, gibt es einen Kräutertee aus der Apotheke, der richtig durchfegt. Sennesblätter und Faulbaumrinde, die Turbo Booster unter den Heilkräutern, gibt es zusammen mit Pfefferminze, Fenchel und Kümmel in einer fertigen Mischung zu kaufen. Bitte wirklich nur kurzfristig anwenden!

Basilikum Sonnentor | © SONNENTOR

Beruhigung für den gereizten Darm

Wenn das Nervenkostüm mal wieder in der Reinigung ist, dann macht sich natürlich auch der Bauch bemerkbar. Wer kennt es nicht – Bauchgrummeln und Durchfall bei akuter Nervosität. Dauerstress kann allerdings zu chronischen Darmproblemen führen und lässt sich in erster Linie mit Entspannung und einem Überdenken der Lebenssituation in den Griff bekommen. Zusätzlich gibt es Unterstützung aus der Natur:

Der gute alte Kamillentee, den wir schon von unseren Müttern und Großmüttern sowohl bei Bauchweh, Grippe als auch bei aufgeschürften Knien bekommen haben, wirkt auf den Darm sowie auf die Nerven beruhigend. Wenn der Bauch oder das Gemüt zwickt, ist Kamillentee ein guter Tipp und sollte in keinem Haushalt fehlen.

Ringelblume und  Schafgarbe sind ebenfalls absolute Gesundheits-Allrounder. In der Naturheilkunde wird oftmals empfohlen, Darm und Leber mit Ringelblume und Schafgarbe zu behandeln.

Thymian und Salbei kennt man häufig als Mittel der Wahl bei Husten oder Halsschmerzen, doch die beiden wertvollen Gewürzkräuter finden auch bei Magen-, Darm- und Leberthematiken Anwendung. Als wohltuender Tee sind sie angenehm einzunehmen und in der mediterranen Küche ohnehin nicht wegzudenken.

Eine Mischung aus Käsepappel, Melisse und Krauseminze ist als Tee genossen auch ein hervorragender Helfer, wenn es im Bauch mal so richtig turbulent zugeht.

Ringelblume | © SONNENTOR

Um deftige Speisen bekömmlicher zu machen, würzt man sie mit den Klassikern Fenchel, Anis und/oder Kümmel. Ein Tee aus den drei Verdauungshelfern eine halbe Stunde vor und eine Stunde nach dem deftigen Mahl kann ebenfalls sehr effektiv sein. Tipp: Direkt zum Essen sollte man ganz allgemein auf das Trinken größerer Mengen verzichten, da man damit die Verdauungssäfte verdünnt und ihnen so die Arbeit erschwert.

Tipp zum Schluss

Wir Menschen haben sehr individuelle Bedürfnisse. Auch unser Organismus ist einzigartig und was für den einen gut ist, kann sich auf den anderen sehr ungünstig auswirken. So müssen wir lernen, uns selbst auf körperlicher wie seelischer Ebene zu spüren, wahrzunehmen, was uns gut tut und was nicht. Schlussendlich sollten wir doch eine Lebens- und Ernährungsweise finden, die sich für uns ganz persönlich gut anfühlt. 

Die Tipps und Rezepte stammen aus der Feder von Sandra von lanaprinzip.com.