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DIY Zahnpasta & Mundspülung

Wir zeigen Zähne! Und zwar strahlend weiße dank selbstgemachter Naturkosmetik.

Wir zeigen Zähne! Und zwar strahlend weiße dank selbstgemachter Naturkosmetik. Bei herkömmlichen Zahnpflegeprodukten fällt viel Verpackungsmüll an und auch die lange Zutatenliste kann mit einem Mix aus chemischen Inhaltsstoffen und Mikroplastik so gar nicht punkten. Zahnpasta und Mundspülung lassen sich aus Kräutern und einfachen Hausmitteln zum Glück ganz einfach herstellen und vertreiben nicht nur Karies sondern auch Plastik aus dem Badezimmer.

Homemade Zahnpasta

Mindestens 2x täglich putzen wir unsere Zähne. Für gewöhnlich mit einer weißen, schäumenden Zahnpasta. Macht man sich mal die Mühe und liest nach welche Zutaten sich in der Plastiktube verstecken, wird schnell klar: viele der Inhaltsstoffe sind für eine natürliche Reinigung nicht nötig und belasten die Umwelt. Allen voran Mikroplastik, das gerade in Zahnpasta aufgrund seiner Scheuerwirkung reichlich Einsatz findet. Alles was eine gute Zahnpasta ausmacht lässt sich aber genau so gut mit natürlichen Zutaten erreichen. Die Zähne werden schonend gereinigt, Karies vorgebeugt und das Zahnfleisch gepflegt. Man weiß genau was drinnen ist und auch in Sachen Verpackung bekommt die Self Made Variante volle Punktzahl. Es werden einfach kleine Marmeladegläser oder Glastiegel verwendet, die gut gesäubert immer wieder befüllt werden können.

Gut geputzt, ist halb gewonnen. Zwei verschiedene Zahnpasta Varianten, die in weniger als 10 Minuten zubereitet sind, wollen wir euch vorstellen: die Kokos-Minz Zahnpasta und ein Zahnpulver mit Kurkuma und vielen feinen Kräutern.

DIY Kokos-Minz Zahnpasta

Schon der Name „Kokos-Minz“ klingt sehr verlockend und beinahe nach einer Süßspeise. Das ist gar nicht so weit her geholt, denn in dieser selbstgemachten Zahnpasta sind alle Zutaten essbar. Als Basis wird natives Bio-Kokosöl verwendet. Es enthält karieshemmende Inhaltsstoffe und wirkt Zahnfleischentzündungen entgegen. Der süß schmeckende Birkenzucker dient als natürliches Scheuermittel ohne dabei wie herkömmlicher Zucker die Zähne anzugreifen. Das Allround-Talent wenn es ums Reinigen geht - Natron - wirkt geruchshemmend und reduziert Säure im Mund. Obendrauf sorgen ätherisches Pfefferminz- und Teebaumöl für einen wunderbaren Geschmack und natürlich frischen Atem.

Zutaten für einen kleinen Tiegel

3 TL Kokosöl

2 TL Birkenzucker (Xylit)

1 TL Natron (Natriumhydrogenkarbonat, Kaiser-Natron, Backnatron)

5 Tropfen naturreines ätherisches Pfefferminz Öl

3 Tropfen naturreines ätherisches Teebaum Öl

Pfefferminze | © SONNENTOR

Zubereitung Kokos-Minz Zahnpasta

  • Birkenzucker und Natron im Mörser fein mahlen
  • Kokosöl in einen Tiegel füllen
  • Da Kokosöl bei Temperaturen unter 25°C fest ist muss es, um mit den anderen Zutaten vermengt werden zu können, etwas erwärmt werden. Oft reicht es schon, den Tiegel zwischen den Händen zu halten um das Kokosöl weicher werden zu lassen. Ansonsten kann man den Tiegel kurz in ein warmes Wasserbad stellen. Es sollte aber nicht ganz flüssig sein.
  • Hat das Kokosöl eine cremeartige Konsistenz erreicht, werden Birkenzucker, Natron und die ätherischen Öle sorgfältig untergerührt und fertig ist die selbstgemachte Zahnpasta!

Tipps und Anwendung: Zur Entnahme sollte ein Löffel verwendet werden. Ein erbsengroßer Klecks reicht pro Anwendung aus. Die Zahnpasta reinigt die Zähne gründlich, schäumt dabei aber nicht. Bei Zimmertemperatur ist sie etwa 3 Monate haltbar.

Aufgrund des ätherischen Pfefferminz Öls ist die Zahnpasta nicht für kleine Kinder und nicht in der Schwangerschaft geeignet. Stattdessen kann man einfach ätherisches Teebaum Öl in einer niedrigen Dosierung verwenden oder die ätherischen Öle auch weglassen. Birkenzucker ist für viele Haustiere giftig und sollte außer Reichweite gelagert werden.

DIY Zahnpulver mit Kurkuma

Das selbstgemachte Zahnpulver mit Kräutern, Kurkuma und Heilerde ist eine natürliche und wirksame Alternative zu gekaufter Zahnpasta. Es wirkt antibakteriell, entfernt ganz schonend Beläge und pflegt empfindliches Zahnfleisch. Aber färbt Kurkuma denn nicht alles gelb? Ja, fast alles: Currys, die Finger beim Verarbeiten und die Kurkuma-Latte. Aber erstaunlicherweise nicht unsere Zähne! Im Gegenteil, dort entfaltet das gelbe Würzpulver eine aufhellende Wirkung und gilt als natürliches Bleaching-Mittel. Mit etwas Natron sorgt man zusätzlich für weiße Zähne und ein rundum gesundes, strahlendes Lächeln.

Zutaten und Zubereitung für das selbstgemachte Zahnpulver:

Im einem Mörser werden 2 EL Minze, 2 EL Salbei, 1 EL Fenchelsamen, 1 TL Natron und ½  TL Birkenzucker fein gemahlenen und anschließend mit 2 EL feiner Heil- oder Tonerde und 1 TL gemahlenem Kurkuma vermischt. Bleiben größere Pflanzenteile zurück, kann das Pulver gesiebt werden. Eine Prise gemahlener schwarzer Pfeffer, fein gemahlenes Salz und 2-3 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl peppen das Pulver nicht nur geschmacklich auf, sondern unterstützen die Wirkung. Experimentieren ist also erlaubt!

Tipps und Anwendung: Eine Prise Zahnpulver reicht bereits für eine Anwendung. Diese streut man am besten mit einem Löffel auf die nasse Zahnbürste und putzt danach wie gewohnt die Zähne. Das Pulver ist mehrere Monate haltbar. Achtung: Kurkuma färbt, wie oben erwähnt bis auf Zähne, alles gelb. So auch Gewand, Handtücher und deinen weißen Bürstenkopf.

Erfrischende Kräuter-Mundspülung

Als Basis für selbstgemachte Mundspülungen werden Hydrolate oder Kräutertees verwendet. Hydrolate sind Pflanzenwasser die beim Destillieren ätherischer Öle entstehen. Besonders geeignet sind Pfefferminz-, Salbei- oder Teebaumhydrolat. Sie enthalten viele Wirkstoffe die eine gesunde Mundflora unterstützen. Tinkturen, alkoholische Pflanzenauszüge, verstärken die Wirkung und verlängern die Haltbarkeit auf natürliche Weise. Für frischen Atem sorgt ätherisches Pfefferminzöl, das aufgrund des erfrischenden Menthols zu den Klassikern in der Mundpflege gehört.

Zutaten und Zubereitung für ca. 250ml Mundspülung

Im ersten Schritt wird eine Salbei Tinktur hergestellt. Salbei wirkt entzündungshemmend und stärkt das Zahnfleisch.

Zutaten für die Tinktur:

2 TL Salbei

50ml 40%iger Korn oder Wodka

Herstellung Salbei Tinktur: Salbei gut zerkleinern und mit dem Alkohol in ein Glas füllen. 2 Wochen ziehen lassen und gelegentlich schütteln. Danach abseihen.

Kräuter Tipp: Von der Tinktur kann etwas mehr produziert werden. 1 TL Salbei Tinktur verdünnt mit etwas lauwarmen Wasser eignet sich als Gurgelmittel bei Zahnfleischentzündungen oder Halsschmerzen.

Salbei | © SONNENTOR

Zutaten und Zubereitung für die erfrischende Kräuter Mundspülung

Gemeinsam werden 50ml Salbei Tinktur, 200ml Pfefferminz Hydrolat oder Kräutertee (Minze, Salbei, Gundelrebe) und 10 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl in eine Flasche gefüllt- fertig! Vor der Anwendung gut schütteln und bei Bedarf bis zu 3x täglich 1 EL in warmen Wasser verdünnen und damit wie gewohnt spülen. Der Mund ist danach herrlich erfrischt! Die Mundspülung ist etwa 1 Monat haltbar.

Ölziehen

Ölziehen stammt aus dem Bereich der Alternativmedizin und hat vor allem in Ayurvedischen Heilkunst einen sehr hohen Stellwert. Neben der Förderung der Zahn- und Mundgesundheit, soll das Ölziehen der Entgiftung und Gesunderhaltung des Körpers dienen. Durch das Spülen des Mundraumes mit Öl, werden Schadstoffe und Krankheitserreger wie Bakterien aus dem Körper gezogen und der Zungenbelag reduziert. Als sehr wirkungsvoll beim Ölziehen gilt das antibakterielle Kokosöl. Aber auch Sesam-, Sonnenblumen-, Oliven- und Schwarzkümmelöl eignen sich für das „Detox im Mund“. Wichtig ist bei allen Ölen auf eine gute Qualität zu achten. Sie sollten biologisch und kaltgepresst sein.

Ölziehen so geht’s: Der beste Zeitpunkt für das Ölziehen ist morgens nach dem Aufstehen. Man nimmt dazu einen Esslöffel Öl in den Mund und spült es 10-15 Minuten hin und her. Dabei zieht man es durch die Zähne und legt kurze Pausen ein. Sie helfen dabei, dass das Öl besser einwirken kann. Danach spuckt man das Öl aus, spült den Mund gründlich mit Wasser und putzt danach die Zähne. Es wird empfohlen das Ölziehen 1-2x wöchentlich anzuwenden. Für manche gehört es zum fixen und täglichen Morgenritual.

 

Achtung: Diese Rezepte ersetzen keinen Zahnarztbesuch. Bei empfindlichen Zähnen und Zahnschmelz sollte die Anwendung der selbstgemachten Produkte am besten mit einem Arzt abgeklärt werden.

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