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Zero Waste Küche

Kreative Resteverwertung und wertschätzender Umgang mit weniger populären Gemüseabschnitten

Lebensmittel sind viel zu kostbar um im Müll oder auf dem Kompost zu landen! Und trotzdem passiert es manchmal, dass Reste bleiben, und einem die Ideen zur Verwertung fehlen. Manchmal braucht man auch nur bestimmte Gemüseabschnitte für ein Rezept, und Strunk und Grün bleiben außen vor. Wir sagen der Lebensmittelverschwendung den Kampf an und haben viele Anregungen für euch gesammelt!

Brot und Gebäck

„Altes Brot ist nicht hart. Kein Brot, das ist hart!“ Dieses Sprichwort ist ebenfalls hart aber wahr - jedes Jahr landen in Österreich 60.000 Tonnen Brot und Gebäck im Müll, der Großteil davon wandert direkt aus dem Supermarktregal in die Mülltonne. Aber auch in vielen Haushalten werden ein paar Tage alte Brotlaibe nicht aufgegessen sondern lieber gegen frisches Gebäck getauscht.

Altes Brot ist herrlich vielseitig und jeder einzelne kann etwas gegen diese Verschwendung tun. In Milch und Ei getunkt oder damit übergossen, werden aus nicht mehr ganz so frischen Weiß- oder Milchbrotscheiben ein saftiger Scheiterhaufen, Arme Ritter oder ein fancy French Toast. Ist das Brot schon wirklich sehr trocken, gehen wir noch einen Schritt weiter und machen Semmelbrösel oder Knödelbrot daraus! Dafür dreht das getrocknete Brot entweder eine Runde im Mixer oder wird in kleine Würfel geschnitten und in der Resthitze des Backrohrs getrocknet (viel ressourcenschonender als es nur für das Knödelbrot aufzuheizen!) Ihr könnt das Brot auch in feine Scheiben schneiden und mit einer würzigen Marinade aus Olivenöl und Kräutern bestreichen - nach kurzer Zeit im heißen Backrohr werden köstliche Brotchips daraus! Ein Panzanella oder eine Brotsuppe sind auch ein Genuss, bei dem altes Brot die Hauptrolle bekommt.

Zu viel Gekocht

Wer kennt es nicht, die Augen waren mal wieder größer als der Magen und nach dem vollendeten Mahl gibt’s noch einen ordentlichen Überschuss an Nudeln, Reis oder Erdäpfeln. Bei dieser Art von Resten ist schnelles Handeln gefragt, denn länger als einen Tag sollte man sie nicht im Kühlschrank aufbewahren, die Gefahr sich daran den Magen zu verderben ist nachher leider zu groß. Umso schöner ist es, dass es tolle Restl-Rezepte gibt, die mit einem herzhaften Griff ins Gewürzregal köstlich und so gar nicht nach Überbleibseln schmecken!

Grenadiermarsch - Erdäpfel, Nudeln und eine Prise Paprikapulver - ordentlich geröstet in der Pfanne und keiner denkt hier beim ersten Bissen noch an Resteküche. Das klassische Restlgröstl kann noch nach Lust und Laune mit Zwiebel, Gemüse, Ei oder Speck aufgepeppt werden, und bleibt trotzdem was es ist - ein herrlich bodenständiges Gericht, dass an den wahren Wert der Lebensmittel erinnert!

Auflauf - Nudeln, Reis, Erdäpfel oder Gemüsereste gesellen sich auch sehr gerne in eine Auflaufform und schmecken am besten mit Käse überbacken. Unsere liebsten Gewürze für Aufläufe sind Holy Veggie, Sonnenkuss und Laune gut, alles gut! Zu einer Prise Scharfmacher sagen wir aber auch keinesfalls nein!

Erdäpfelkäse - die gekochten Erdäpfel werden mit etwas Topfen und einer fein gewürfelten Zwiebel zu einem deftigen Aufstrich - das Abendessen ist somit gesichert.

Mit Strunk und Stiel

Die Radieschen werden für die Jause geschnippelt und das Grün bleibt übrig, ebenso bei den Karotten und beim Kohlrabi! Dabei kann man die Blätter von Radieschen und Co. für Pesto, feingeschnitten in Salaten oder auch in Suppen verwenden! Sie sind reich an wertvollen Inhaltstoffen und Geschmack und wandern viel zu oft gleich auf den Biomüll. Genauso passiert es oft mit dem Strunk von Kohlgemüse oder den Schalen von Äpfeln und Erdäpfeln. Aus Apfelschalen wird ein köstlicher Apfelschalentee die Erdäpfelschalen werden zu Chips und der Brokkolistrunk wird zur cremigen Suppe - zero waste mit vollem Geschmack sozusagen.

Verwertungs Tipp Smoothie: Wenn Obst und Salat auch schon mal bessere Tage gesehen haben, mixen wir sie zu einem cremigen Smoothie! Am Ende sieht so ein Smoothie ja eh immer gleich aus!

Verwertungs Tipp Brühe: Gemüseabschnitte, Strunk und Schalen sammeln wir und werten unsere selbstgemachte Gemüsebrühe damit auf. Da wir ausschließlich Bio-Gemüse kaufen beziehungsweise Gemüse aus Eigenbau genießen brauchen wir dabei keine Bedenken haben.

 

Sarah und Alex von nudlholz.at haben diesen inspirierenden Beitrag für uns geschrieben. Vielen Dank!